Bitte geben Sie mir auf dieser Seite die Gelegenheit einige einführende Worte, sowie eine Schilderung über meine persönliche
Situation wiederzugeben: Lange, viel zu lange hat es gedauert, bis das “öffentliche Deutschland” sich mit den
Problemen einer am ÄUßEREN” erkennbare Minderheit beschäftigte. Sommer 2000: Die Verfolgung hauptsächlich dunkelhäutiger Ausländer durch rechtsradikale Gruppierungen wird in den deutschen Print- und
Massenmedien ausführlichst behandelt. Allmählich folgen den sonntäglichen Reden der Prominenz aus Politik und Gesellschaft handfeste Taten, um auch den letzten “Gestrigen” klarzumachen, dass kein Mensch
nur wegen seiner Nationalitätszugehörigkeit oder Hautfarbe benachteiligt werden darf. Das es überhaupt solcher Maßnahmen bedarf, muss realistisch gesehen, als Scheitern der Vergangenheitsbewältigung in
Schule und TV bezeichnet werden.
Auch die
ORGANIZATION FOR APPEARANCE-IMPAIRED PEOPLE begrüßt derartige Aktionen, aber warum wurde verschwiegen, dass ebenfalls anderen Minderheiten schweres Leid
zugefügt wird, alleine nur weil sie dem gängigen Schönheitsideal nicht entsprechen, warum auch immer.
Schon Personen mit kleinsten Makeln bekommen den hauptsächlich von der Medienwelt inszenierten
Jugend- und Schönheitswahn zu spüren, jedes Pfund zuviel, jeder Pickel oder fehlende bzw. überschüssige Zentimeter hier und da, werden zum Anlass gegeben deplazierte, peinliche und verletzende
Kommentare anzubringen.
Mit der Angst vieler Menschen nur nicht negativ oder unattraktiv auf Andere zu wirken, entstand mit der Zeit ein florierender neuer Wachstumsmarkt. Unzählige Produkte, deren
Wirksamkeit in keiner Relation zum verlangten Preis stehen, werden in den Verkauf gebracht, um den Konsumenten in seiner Verzweiflung das Geld aus dem Portemonnaie zu ziehen!Stellen sich die in aufwendig
gestalteten Werbeanzeigen versprochener Ergebnisse wiedererwarten nicht ein, folgt bei immer mehr Zeitgenossen der Besuch beim Schönheitschirurgen, der mit Freude dazu beiträgt, dass sich der Patient nach
der Operation nicht nur um sein "Problem“, sondern auch finanziell leichter fühlt. Scheidet aus welchen Gründen auch immer ein Eingriff aus, bedarf es bisweilen größter innerer Kraft sich den
täglichen Herausforderungen zu stellen, was leider nicht jedem gelingen mag.
Depressionen, mentale- und körperliche Funktionsstörungen sind als Folge dessen zu beklagen, außerdem nimmt die
Hemmschwelle freiwillig aus dem Leben zu scheiden, spürbar ab. Schon als Teenager musste ich schmerzhaft erfahren zu
welchen Untaten die „Bestie“ Homosapiens fähig sein kann. Was anfänglich mit mehr oder minder dezenten Blicken begann, kann mittlerweile ohne Übertreibung als reinste „Tour der Leiden“ tituliert werden,
ein Existieren unter ständiger Beobachtung und Aufsicht durch sogenannte Mitmenschen, die zudem auch nicht mit verletzenden Beleidigungen sparen. Allerorts bin ich gezwungen, Verspottungen und zutiefst
degradierende Kommentare, hilflos über mich ergehen zu lassen, wie z.B. - Hast Du jemals so ein hässliches ..... gesehen!
- Hilfe! Hilfe! Ein Monster!
- Solch eine Kreatur gehört ermordet oder vergast!
- Bist Du ein Tier oder ein Mensch! - Ist Dein Vater Dr. Frankenstein!
- Bei Adolf Hitler hätte es so was nicht gegeben! Anfeindungen, Häme, Unfreundlichkeiten, deutliche Fingerzeige Geschäfte nicht mehr
zu betreten bis hin zu regelrechten Hetzjagden gewalttätiger Jugendlicher prägen von nun an meinen Alltag. Eine Teilnahme am öffentlichen Leben, sowie die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, all dies,
ist somit für mich unmöglich geworden. Ebenso wird es immer problematischer ohne Begleitperson das Haus zu verlassen! Kommunikationsversuche, um in Erfahrung zu bringen, warum man derart heftig
reagiere, brachten außer neuer Beleidigungen und einer Zigarette im Gesicht, keine Ergebnisse!
Bedenkt man, dass der alleinige Grund für diese Diskriminierungen nur auf einen unattraktiven Körper zurückzuführen ist, dann fällt es schwer, Begriffe,
wie Intelligenz, Toleranz oder zivilisiert mit der Schöpfung Mensch in eine engere Beziehung zu bringen.
Diese anhaltenden negativen Erfahrungen haben mich schließlich im Jahre 2000 dazu bewogen die ORGANIZATION FOR APPEARANCE-IMPAIRED PEOPLE zu gründen, eine Organisation, die sich für Menschen mit ähnlichen Schwierigkeiten einsetzt.
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